17. Int. ADAC-Eifel-Rennen 1954 | Rennsportwagen 1500 ccm und Formel 3 | Rennen

  • 17. Int. ADAC-Eifel-Rennen 1954
  • Veranstalter: ADAC e.V., München
  • Nordschleife
  • Distanz: 5 Runden = 114.05 km

Zeitplan "Rennsportwagen"* 

Sonntag, 23. Mai 1954
15.50 Uhr Rennsportwagen bis 1500 ccm und Rennwagen Formel 3  

Bechem siegt für Borgward – Moss profitiert vom Pech des Führenden

  • Karl-Günther Bechem gewinnt auf Borgward bei den Rennsportwagen
  • Hans Herrmann scheidet mit dem Porsche 550 früh aus
  • Stirling Moss gewinnt nach Lewis-Evans’ Ausfall kurz vor dem Formel-3-Ziel

Das letzte Automobilrennen des XVII. Internationalen ADAC-Eifelrennens begann am 23. Mai 1954 um 15.50 Uhr. Gemeinsam gingen die Rennsportwagen bis 1500 ccm und die Rennwagen der Formel 3 auf die fünf Runden der Nordschleife. Nach 114,05 Kilometern standen Karl-Günther Bechem und Stirling Moss als Sieger der beiden Kategorien fest.

Bei den Rennsportwagen richtete sich die Aufmerksamkeit zunächst auf Hans Herrmann. Der Stuttgarter war nach seiner Genesung wieder am Steuer eines Porsche 550 angetreten und hatte im Training schnelle Zeiten erzielt. Sein Rennen dauerte allerdings nur eine Runde. Danach war der Auftritt des Porsche beendet.

Damit rückten vor allem Borgward und OSCA in den Mittelpunkt. Karl-Günther Bechem aus Hagen fuhr im Borgward ein starkes Rennen und setzte sich schließlich durch. Nach 57:59,1 Minuten erreichte er das Ziel. Für die fünf Runden bedeutete dies einen Durchschnitt von 118,0 km/h.

Borgward mit zwei Wagen vorn

Den zweiten Platz belegte Hans-Hugo Hartmann aus Bremen im zweiten Borgward. Er wurde mit einem Durchschnitt von 116,8 km/h gewertet. Auf Rang drei folgte der Italiener Francesco Giardini auf OSCA mit 113,7 km/h.

Eine bemerkenswerte Leistung zeigte auch Erwin Bauer. Der Stuttgarter hatte sich erst am Samstag mit dem Lotus vertraut machen können, der Colin Chapman gehörte. Trotzdem erreichte er mit 112,7 km/h den vierten Rang und ließ damit unter anderem den Vorjahresmeister der Klasse, Richard Trenkel auf Porsche, hinter sich. Trenkel wurde Fünfter, Wolfgang Seidel belegte auf OSCA den sechsten Platz.

Lewis-Evans verliert den Sieg auf den letzten Metern

Noch ungewöhnlicher verlief die Entscheidung bei den Formel-3-Rennwagen. Stuart Lewis-Evans hatte sich im Cooper an die Spitze gesetzt und einen großen Teil des Rennens kontrolliert. Nach Darstellung der ADAC Motorwelt lag er gleichmäßig vor dem Feld und insbesondere vor Vorjahressieger Stirling Moss.

Noch wenige hundert Meter vor dem Ziel deutete alles auf einen Sieg des Briten hin. Die optische Streckenreportage vom Dunlopturm zeigte weiterhin die Startnummer 75 von Lewis-Evans als Spitzenreiter. Doch sein Cooper blieb kurz vor dem Ziel mit streikendem Motor stehen.

Während Lewis-Evans ausstieg und seinen Wagen in Richtung Ziellinie schob, kam Moss heran. Der Brite schoss mit seinem Cooper-Norton als Erster über die Ziellinie. Kurz darauf folgte der deutsche Cooper-Fahrer Theo Helfrich.

Lewis-Evans gab dennoch nicht auf. Unter dem Beifall der Zuschauer schob er seinen Rennwagen weiter und brachte ihn schließlich aus eigener Kraft über die Ziellinie. Damit rettete er zumindest den dritten Platz.

Moss’ Siegerzeit betrug nach der offiziellen Ergebnisliste 58:49,8 Minuten, entsprechend 116,4 km/h. Helfrich wurde mit 113,6 km/h als Zweiter geführt, Lewis-Evans mit 112,7 km/h als Dritter. Es folgten A. W. Lang auf Cooper, Reginald H. Hunt auf Kieft-Norton und Les Leston auf Cooper.

Am Ende eines langen Rennwochenendes hatten damit Bechem und Moss die beiden letzten Entscheidungen des Eifelrennens für sich entschieden. Für Lewis-Evans blieb dagegen ein Rennen, bei dem nur wenige hundert Meter zwischen einer souveränen Führung und dem dritten Platz lagen.

Klassenergebnisse (Auszug)

Rennsportwagen 1500 ccm

Schnellste Runde: Karl-Günther Bechem, Hagen

 #TeamFahrerWagenGesamt (min)
1. 52 Carl F. W. Borgward GmbH Karl-Günther Bechem, Hagen Borgward 1500 RS 57:59,1
2. 50 Carl F. W. Borgward GmbH Hans-Hugo Hartmann, Bremen Borgward 1500 RS  
3. 58 Scuderia San Giorgio Francesco Giardini, Italien OSCA MT4 1350  

Formel 3-Rennwagen

Pole Position: Theo Helfrich, Mannheim
Schnellste Runde: Max Nathan, Mainz

 #TeamFahrerWagenGesamt (min)
1.     Stirling Moss, England Cooper-Norton Mk VIII 58:49,8
2.     Theo Helfrich, Mannheim Cooper-Norton Mk VIII  
3. 75   Stuart Lewis-Evans, England Cooper-Norton  

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Quelle: ONS Mitteilungen 7-1954
ADAC Motorwelt 6/1954, Seiten 410f, 417
Programmheft der Veranstaltung
racingsportscars.com (abgerufen am 16.09.2026)
Abbildung des Programmhefts mit freundlicher Genehmigung des ADAC Nordrhein e.V., Köln
* vorläufiger Zeitplan, Zeiten können abweichen

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