ADAC Racing Weekend Nürburgring 2026

  • ADAC Racing Weekend Nürburgring 2026
  • Veranstalter: ADAC Westfalen und MSC Bork e.V. im ADAC
  • GP-Strecke 

HRT dominiert die GT Summer Series, Heyer glänzt beim STT-Comeback

  • David Schumacher und Antoine Berberich-Martini bestimmten die GT Summer Series.
  • Kenneth Heyer gewann beim STT-Comeback gemeinsam mit Josef Klüber.
  • Linus Parbel feierte seinen ersten Sieg im ADAC Tourenwagen Junior Cup.

Beim dritten ADAC Racing Weekend des Jahres 2026, das vom 26. bis 28. Juni auf dem Nürburgring ausgetragen wurde, präsentierte sich die Eifel bei hochsommerlichen Temperaturen als Bühne für ein breit gefächertes Motorsportprogramm. Moderne GT-Fahrzeuge, Markenpokale, Nachwuchsserien und historische Rennwagen sorgten auf dem Grand-Prix-Kurs für ein Wochenende, an dem sich mehrere Fahrer und Teams besonders nachhaltig in Szene setzten. In der Porsche Sprint Challenge Deutschland GT3 teilten sich Mads K. Ljungberg und Jan Antoszewski die Siege, während Rasmus Vendelbo in der GT4-Wertung beide Rennen für sich entschied. Die Spezial Tourenwagen Trophy wurde von Josef Klüber und Kenneth Heyer geprägt, im ADAC Tourenwagen Junior Cup gewannen Linus Parbel und Moritz Groneck. In der GT Summer Series setzte das Haupt Racing Team mit Antoine Berberich-Martini und David Schumacher den sportlichen Maßstab.

Porsche-Siege, STT-Erfolge und Nachwuchsduelle

In der Porsche Sprint Challenge Deutschland GT3 entwickelte sich bereits im ersten Lauf ein enger Kampf an der Spitze. Jan Antoszewski übernahm nach dem Start zunächst die Führung, konnte sich aber nicht entscheidend von Mads K. Ljungberg und Joel Hohmann lösen. Ljungberg nutzte in der fünften Runde seine Gelegenheit, ging an Antoszewski vorbei und verteidigte die Führung anschließend bis ins Ziel. Für ihn bedeutete der Erfolg den Premierensieg in der GT3-Wertung der Porsche Sprint Challenge Deutschland. Antoszewski musste sich mit Rang zwei begnügen, Hohmann komplettierte das Podium.

Im zweiten Lauf gelang Antoszewski die passende Antwort. Wieder setzte er sich am Start an die Spitze, wieder folgten Ljungberg und Hohmann zunächst in Schlagdistanz. Diesmal ließ der Spitzenreiter jedoch keine erfolgreiche Attacke zu. In der zweiten Rennhälfte vergrößerte er seinen Vorsprung und fuhr seinen vierten Saisonerfolg ein. Ljungberg belegte diesmal den zweiten Platz, Hohmann wurde erneut Dritter.

In der Porsche Sprint Challenge Deutschland GT4 war Rasmus Vendelbo der dominierende Fahrer des Wochenendes. Den ersten Lauf kontrollierte er souverän und baute seinen Vorsprung bis zur Zielflagge auf mehr als neun Sekunden aus. Dahinter folgte Bruno Görtz auf Rang zwei. Nikodem Sobczyk arbeitete sich in der Anfangsphase an Adrian Wolf vorbei und sicherte sich den dritten Platz.

Auch im zweiten GT4-Rennen führte kein Weg an Vendelbo vorbei. An der Spitze waren die Positionen früh bezogen, denn Vendelbo und Sobczyk setzten sich auf den ersten beiden Rängen fest. Dahinter blieb der Kampf um Platz drei offen, nachdem Görtz sein Fahrzeug in der Box abstellen musste. Daniel Reiter, Piotr Szukalski und Adrian Wolf stritten zunächst um die letzte Podestposition, ehe sich das Duell auf Reiter und Szukalski zuspitzte. Reiter behielt schließlich die Oberhand und komplettierte das Podium.

In der Spezial Tourenwagen Trophy schrieben Josef Klüber und Kenneth Heyer die sportliche Geschichte des Wochenendes. Im ersten Rennen sah es zunächst nach einem Erfolg für Martin Zander und Alexander Kroker im Audi R8 LMS Evo II aus. Das Duo hatte sich an der Spitze einen Vorsprung erarbeitet, ehe technische Probleme Zander zur Aufgabe an der Box zwangen. Dadurch rückten Klüber und der amtierende STT-Champion Heyer im Mercedes-AMG GT3 Evo auf Rang eins vor und brachten den Sieg sicher ins Ziel. Hinter ihnen belegten Rolf Ludwig Becker und Klaus Niesen im Mercedes-AMG GT3 den zweiten Platz, Jonathan Engström wurde als Alleinstarter im Mercedes-AMG GT4 Dritter.

Im zweiten STT-Lauf bestätigten Klüber und Heyer ihre starke Form. Das Duo setzte sich erneut durch und feierte den zweiten Sieg des Wochenendes. Becker und Niesen wiederholten ihr Ergebnis vom Vortag auf Rang zwei, Engström stand erneut als Dritter auf dem Podium.

Start SST
Schon am Start des zweiten Laufs der STT lagen Kenneth Heyer / Josef Klüber (gelbes Auto) ganz vorne (Foto: STT)

Der ADAC Tourenwagen Junior Cup lieferte zwei unterschiedliche Siegergeschichten. Im ersten Lauf kämpften zunächst Finn Niklas Wollnik und Moritz Groneck um die Führung, doch beide verloren im weiteren Verlauf ihre Chancen auf den Sieg. Groneck schied mit technischen Problemen aus, Wollnik fiel zurück. Danach übernahm Alex Mohr die Spitze, konnte diese Position aber ebenfalls nicht bis ins Ziel behaupten. Linus Parbel nutzte die Unordnung im Feld konsequent aus, arbeitete sich in den letzten beiden Runden von Platz fünf bis ganz nach vorne und feierte seinen ersten Sieg in der Serie. Mika Delkus behauptete Rang zwei vor Wollnik.

Am folgenden Tag gelang Moritz Groneck die Revanche. Obwohl er von der Pole Position zunächst Boden verlor, kämpfte er sich zurück und fuhr schließlich zum Sieg. Alex Mohr erreichte den zweiten Platz, Mika Delkus bestätigte mit Rang drei seine starke Vorstellung aus dem ersten Rennen.

Besonders deutlich fiel die Bilanz in der GT Summer Series aus. Antoine Berberich-Martini und David Schumacher bestimmten das Wochenende mit dem Ford Mustang GT3. Im ersten Rennen führte zunächst Thomas Westarp im Audi R8 LMS GT3 Evo II, während Berberich-Martini an Stefan Wieninger im Porsche 911 GT3 R Evo vorbeiging und Rang zwei übernahm. Sieben Runden später fand er auch den Weg an Westarp vorbei und fuhr anschließend einem sicheren Sieg entgegen. Westarp wurde Zweiter, Wieninger Dritter.

Im zweiten Rennen übernahm David Schumacher den Ford Mustang und ließ von Beginn an keine Zweifel am Ausgang aufkommen. Mit einem ungefährdeten Start-Ziel-Sieg setzte er die Erfolgsserie des HRT fort. Westarp wiederholte Rang zwei, Wieninger folgte erneut auf dem dritten Platz. Im langen Rennen krönten Schumacher und Berberich-Martini das Wochenende mit dem gemeinsamen Gesamtsieg. Westarp wurde abermals Zweiter, Gregor Drasal belegte im Lamborghini Huracán GT3 Evo I den dritten Platz.

Historische Rennwagen und internationale Porsche-Felder

Auch der ADAC Historic Cup Ost war mit Formel- und Tourenwagen am Nürburgring vertreten. Bei den Tourenwagen erwies sich Nico Unbehaun im Lada Samara als stärkster Fahrer des Wochenendes. Im ersten Lauf setzte er sich früh an die Spitze, blieb dabei aber unter dem Druck von Lukasz Janiak im Skoda Favorit. Janiak lauerte auf eine Chance, fand jedoch keinen Weg vorbei. Unbehaun gewann vor Janiak und Thoms Roth im Lada 2105. Im zweiten Rennen wiederholte sich die Reihenfolge: Unbehaun gewann erneut, Janiak wurde Zweiter, Roth Dritter.

In der Formel-Klasse des ADAC Historic Cup Ost war Nils-Holger Wilms im ersten Lauf nicht zu schlagen. Mit seinem Melkus M90 setzte er sich an der Spitze ab und kontrollierte das Rennen. Jeanette Siegert belegte ungefährdet den zweiten Platz, während Tobias Worm im Melkus-Thaßler MT77-3 nach einem umkämpfteren Rennverlauf Rang drei erreichte.

Am zweiten Tag änderte sich das Bild früh. Wilms musste bereits in der Anfangsphase wegen Motorproblemen aufgeben. Jeanette Siegert übernahm daraufhin die Führung, hatte zunächst aber Tobias Worm im Rücken. Im letzten Renndrittel konnte sie sich etwas lösen und fuhr zum Sieg. Worm wurde Zweiter, Philipp Pippig im Estonia 25-20 komplettierte das Podium.

ADAC Historic Cup Ost Formel
Jeanette Siegert triumphierte im ADAC Historic Cup Ost Formel (Foto: ADAC Historic Cup Ost)

Trotz seines Ausfalls im zweiten Rennen blieb Wilms eine der prägenden Figuren des historischen Feldes. Der gebürtige Dresdner zählt zu den erfolgreichsten Fahrern des ADAC Historic Cup Ost und der Vorgängerserie HAIGO. Seine besondere Beziehung zum Melkus M90 erklärte sich auch durch seine technische Vergangenheit: Wilms war an der Konstruktion des Fahrzeugs beteiligt und hatte damals unter anderem die Hinterachse entwickelt. Das Auto, von dem 1990 unter der Bezeichnung MB90 nur zwei Exemplare entstanden, erhielt nach der Wende im Rahmen einer Zusammenarbeit mit BMW einen BMW-Motor. Für den Einsatz im ADAC Historic Cup Ost wurde es später wieder auf die M90-Version mit Lada-Triebwerk zurückgebaut, wie sie vor der Wende üblich gewesen war.

Im ADAC Graf Berghe von Trips Pokal bestätigte Patrick Andriessen im ersten Rennen seine Favoritenrolle. Im Ralt RT3/83 Alfa-Novamotor setzte er sich direkt nach dem Start an die Spitze. Zunächst konnte nur Elio Cocciarelli im Ralt RT 3/84 Alfa-Novamotor folgen. Ab der vierten Runde vergrößerte Andriessen seinen Vorsprung auf mehr als eine Sekunde und baute diesen zwischenzeitlich weiter aus. Gegen Rennende wurde es dennoch noch einmal eng: Mit lediglich 0,105 Sekunden Vorsprung rettete Andriessen den Sieg ins Ziel. Elio Cocciarelli wurde Zweiter, sein Bruder Roberto Cocciarelli erreichte im Dallara F390 Alfa-Novamotor Rang drei.

Im zweiten Rennen schien Andriessen erneut auf Siegkurs zu liegen, musste sein Fahrzeug jedoch an der Box abstellen. Elio Cocciarelli übernahm dadurch die Führung und brachte sie sicher ins Ziel. Roberto Cocciarelli komplettierte als Zweiter ein starkes Ergebnis für die Brüder, Jochen Thissen wurde im Opel Lotus Dritter.

In der European GT Lite Challenge setzte Paul Maréchal seine Klasse durch, obwohl beide Rennen nicht problemlos begannen. Im ersten Lauf musste er Rainer Börgens zunächst bis zur dritten Runde den Vortritt lassen, übernahm danach aber die Führung und setzte sich anschließend immer weiter ab. Maréchal gewann vor Börgens und Thierry Verhiest. Das Rennen wurde vorzeitig beendet, nachdem ein Fahrzeug brennend am Streckenrand stand. Der Fahrer blieb unverletzt.

Im zweiten Durchgang verpasste Maréchal den Start, arbeitete sich jedoch rasch wieder nach vorne. Nach einer Runde lag er bereits auf Platz drei, nach vier Umläufen hatte er die Führung übernommen. Auch Börgens ging im weiteren Verlauf noch an Thierry Verhiest vorbei und wurde Zweiter, während Verhiest Rang drei belegte.

Der Ferdinand Cup aus Frankreich brachte über 25 Jahre alte Porsche-Modelle in die Eifel und absolvierte zwei 60-Minuten-Rennen. Im ersten Lauf führte zunächst Gillian Garret vor Sébastien Serra im Porsche 993 C2. Damien Gault im Porsche 996 Cup näherte sich dem Spitzenduo jedoch mit hohem Tempo und übernahm in der siebten Runde die Führung. Rund zehn Minuten vor Schluss musste er wegen eines technischen Problems die Box ansteuern. Auch Garret verlor seine Siegchance, als er sein Rennen auf Platz zwei liegend im Kiesbett beendete. Sébastien Puechavy erbte dadurch die Führung und gewann vor Cyrille Prevel im Porsche 911 3.0 RS und Olivier Bosio im Porsche 964.

Im zweiten Lauf des Ferdinand Cup setzte sich Gillian Garret durch. Er gewann vor Sébastien Serra und dem Duo Fabien Labrousse / Jordy Labrousse im Porsche 964 RS. Damit endete das Nürburgring-Wochenende auch im historischen Porsche-Feld mit zwei unterschiedlichen Siegern.

Zeitplan*

Freitag, 26.06.2026
09:00 – 09:30 Uhr Porsche Sprint Challenge GT3 & GT4 | Freies Training | 30 min  
09:35 – 10:00 Uhr European GT Lite Challenge | Freies Training 1 | 25 min  
10:05 – 10:25 Uhr ADAC Historic Cup Ost Tourenwagen | Freies Training | 20 min  
10:30 – 11:00 Uhr GT Summer Series | Freies Training | 30 min  
11:05 – 11:35 Uhr Ferdinand Cup | Freies Training | 30 min  
11:40 – 12:00 Uhr ADAC Historic Cup Ost Formel | Freies Training | 20 min  
  Mittagspause  
12:30 – 13:10 Uhr STT - Spezial Tourenwagen Trophy | Zeittraining | 40 min  
13:15 – 13:40 Uhr Porsche Sprint Challenge GT3 & GT4 | Zeittraining 1 | 25 min  
14:10 – 14:35 Uhr European GT Lite Challenge | Freies Training 2 | 25 min  
14:40 – 15:00 Uhr ADAC Historic Cup Ost Tourenwagen | Zeittraining | 20 min  
15:10 – 15:25 Uhr GT Summer Series | Zeittraining 1 | 15 min  
15:30 – 15:45 Uhr GT Summer Series | Zeittraining 2 | 15 min  
15:50 – 16:20 Uhr Ferdinand Cup | Zeittraining | 30 min  
16:25 – 16:45 Uhr ADAC Historic Cup Ost Formel | Zeittraining | 20 min  
16:50 – 17:20 Uhr ADAC Tourenwagen Junior Cup | Freies Training | 30 min  
17:25 – 17:50 Uhr Team Taxifahrten (Hegersport) | 25 min  
Samstag, 27.06.2026
08:10 – 08:30 Uhr ADAC Tourenwagen Junior Cup | Zeittraining 1 | 20 min  
08:35 – 09:00 Uhr European GT Lite Challenge | Zeittraining | 25 min  
09:05 – 09:25 Uhr ADAC Graf Berghe von Trips Pokal | Zeittraining 1 | 20 min  
09:50 – 10:20 Uhr Porsche Sprint Challenge GT3 & GT4 | Rennen 1 | 30 min  
10:30 – 10:50 Uhr ADAC Historic Cup Ost Tourenwagen | Rennen 1 | 20 min  
11:00 – 12:00 Uhr Ferdinand Cup | Rennen 1 | 60 min  
12:10 – 12:40 Uhr GT Summer Series | Rennen 1 | 30 min  
12:50 – 13:10 Uhr ADAC Historic Cup Ost Formel | Rennen 1 | 20 min  
13:30 – 14:10 Uhr STT - Spezial Tourenwagen Trophy | Rennen 1 | 40 min  
14:20 – 14:45 Uhr ADAC Tourenwagen Junior Cup | Rennen 1 | 20 min+1Rd  
15:00 – 15:25 Uhr European GT Lite Challenge | Rennen 1 | 25 min  
15:50 – 16:20 Uhr Porsche Sprint Challenge GT3 & GT4 | Rennen 2 | 30 min  
16:35 – 16:55 Uhr ADAC Graf Berghe von Trips Pokal | Zeittraining 2 | 20 min  
17:00 – 17:40 Uhr Team Taxifahrten (Hegersport) | 40 min  
Sonntag, 28.06.2026
08:35 – 09:15 Uhr STT - Spezial Tourenwagen Trophy | Zeittraining 2 | 40 min  
09:20 – 09:40 Uhr ADAC Tourenwagen Junior Cup | Zeittraining 2 | 20 min  
09:50 – 10:10 Uhr ADAC Graf Berghe von Trips Pokal | Rennen 1 | 20 min  
10:20 – 10:50 Uhr GT Summer Series | Rennen 2 | 30 min  
11:00 – 11:25 Uhr European GT Lite Challenge | Rennen 2 | 25 min  
11:35 – 11:55 Uhr ADAC Historic Cup Ost Tourenwagen | Rennen 2 | 20 min  
12:10 – 13:10 Uhr Ferdinand Cup| Rennen 2 | 60 min  
13:25 – 13:45 Uhr ADAC Historic Cup Ost Formel | Rennen 2 | 20 min  
14:00 – 14:40 Uhr STT - Spezial Tourenwagen Trophy | Rennen 2 | 40 min  
14:55 – 15:20 Uhr ADAC Tourenwagen Junior Cup | Rennen 2 | 20 min + 1 R  
15:35 – 15:55 Uhr ADAC Graf Berghe von Trips Pokal | Rennen 2 | 20 min  
16:10 – 17:00 Uhr GT Summer Series | Rennen 3 | 50 min  

Zur Übersicht "Chronologie 2026"


Quelle: ADAC-Motorsport Presse
*Vorläufiger Zeitplan, Zeiten können abweichen