42. Int. Eifelrennen 1979 | Renault 5 | Rennen

  • ONS-Renault-5-elf-Pokal
  • Im Rahmen des "42. Int. Eifelrennen Nürburgring"
  • Veranstalter: ADAC Nordrhein e.V., Köln
  • Nordschleife, 22835 m
  • 5 Runden = 114,175 km

Zeitplan "Renault 5"*

27. April 1979
17:00-18:00 Uhr Renault-5 | 1. Training  
28. April 1979
11:00-12:00 Uhr Renault-5 | 2. Training  
29. April 1979
13:45-14:45 Uhr Renault-5-elf-Pokal | Rennen  

* Auszug aus dem vorläufigen Zeitplan ohne Rahmenprogramm, Zeiten können abweichen.

Schweizer Premiere, belgischer Coup: Gerckens und Fuhrer siegen im Renault-5-Pokal

  • Heinz Gerckens gewann die Nordgruppe knapp vor Peter Staffel.
  • Ralf Fuhrer holte den ersten Schweizer Pokalsieg.
  • Vereiste Vergaser prägten das Rennen auf der Nordschleife.

Beim ONS-Renault-5-elf-Pokal der Gruppen Nord und Süd, der am 29. April 1979 im Rahmenprogramm des 42. Internationalen Eifelrennens auf dem Nürburgring ausgetragen wurde, standen nicht allein die Gegner im Mittelpunkt. Auf der 22,835 Kilometer langen Nordschleife, auf der fünf Runden und damit 114,175 Kilometer zu absolvieren waren, bestimmte vor allem das Eifelwetter den Verlauf. Niedrige Temperaturen und feiner Nieselregen sorgten dafür, dass zahlreiche Renault 5 mit vereisten Vergasern zu kämpfen hatten. Was im Pokal normalerweise von engem Windschattenfahren und direkten Positionskämpfen geprägt war, entwickelte sich über weite Strecken zu einer Prüfung von Technik, Nerven und Improvisation.

Bereits im Training hatte sich angedeutet, dass das Wochenende kein einfaches werden würde. Die Renault-5-Fahrer waren am Freitag, 27. April, von 17.00 bis 18.00 Uhr zur ersten Trainingssitzung auf die Nordschleife gegangen, am Samstag folgte zwischen 11.00 und 12.00 Uhr das zweite Training. Nach den winterlichen Erfahrungen beim zuvor abgesagten 300-km-Rennen hatten viele gehofft, dass der Frühling in der Eifel nun endgültig Einzug gehalten hätte. Doch auch beim Eifelrennen blieb die Strecke kühl und feucht. Die Startplätze sollten sich später als weniger entscheidend erweisen, denn der Rennverlauf wurde nicht von der reinen Geschwindigkeit, sondern von der Frage geprägt, wer seine Technik unter den schwierigen Bedingungen am besten über die Distanz brachte.

Das Rennen Gruppe Nord: Gerckens nutzt die Ausfälle und setzt sich durch

Zunächst führte Toni Plechatsch (Trierweiler) das Feld der Nordgruppe in Richtung Hatzenbach. Noch bevor die Südgruppe auf die Reise geschickt werden konnte, musste der Ablauf jedoch unterbrochen werden. Statt der erwarteten Startfreigabe erschien die rote Flagge, nachdem es im Bereich Hatzenbach erneut zu einer Kollision gekommen war. Die Unfallstelle wurde zügig geräumt, anschließend konnte das Rennen wieder aufgenommen werden.

In der Nordgruppe schien sich zunächst ein offener Verlauf anzudeuten. Volker Strycek (Bochum), zu diesem Zeitpunkt Tabellenführer nach Punkten, geriet jedoch früh in Schwierigkeiten. Sein Renault 5 lief nur noch unrund, der Motor klang angeschlagen, und Strycek steuerte die Boxen an. Dort wurde ein vereister Vergaser als Ursache festgestellt; für den Bochumer war das Rennen damit praktisch erledigt.

Auch an der Spitze blieb die Lage instabil. Armin Lorenzen, der in der Nordgruppe zunächst geführt hatte, rutschte in der dritten Runde nach einem Unfall in der Nordkurve aus dem Rennen. Dadurch übernahm Volker Cordlandwehr (Versmold) die vordere Position, doch auch diese Ordnung hatte keinen dauerhaften Bestand. Die Bedingungen führten dazu, dass sich das Feld immer stärker auseinanderzog. Klassische Zweikämpfe waren kaum noch zu erkennen, weil viele Fahrer ihre Fahrzeuge nur noch mit deutlichem Leistungsverlust um den Kurs brachten.

Am Ende nutzte Heinz Gerckens (Belgien) die Lage am konsequentesten. Der Belgier fing die jungen deutschen Konkurrenten Peter Staffel (Recklinghausen) und Fred Schock (Berlin) noch ab und sicherte sich den Sieg in der Nordgruppe. Staffel blieb nur Rang zwei, Schock komplettierte das Podium. Dahinter folgten Theo Wirtz (Krefeld) für die RG Fischeln e.V. im ADAC, Fritz-Richard Friebel (Hamburg) im Big Pack Rucksack Team International, Peter Söhnchen (Hagen), Günter Zimpel (Düsseldorf), Paul Priebe (Wittlich), Lutz Kämmerer (Pinneberg) und A. Spelten jun. (Mönchengladbach). Von 40 gestarteten Fahrern wurden 28 gewertet, zwölf Teilnehmer erreichten keine Wertung.

Gestartet 40
Gewertet 28
Nicht gewertet 12
Sieger Gerckens, Heinz, Belgien

Ergebnis

 #TeamFahrerWagenPunkte
1. 16   Gerckens, Heinz, Belgien Renault 5  
2. 19   Staffel, Peter, Recklinghausen Renault 5  
3. 49   Schock, Fred, Berlin Renault 5  
4. 4 RG Fischeln e.V. im ADAC, Krefeld Wirtz, Theo, Krefeld Renault 5  
5. 8 Big Pack Rucksack Team Int., Bissingen Friebel, F. R., Hamburg Renault 5  
6. 2   Söhnchen, Peter, Hagen Renault 5 20
7. 33   Zimpel, Günter, Düsseldorf Renault 5  15
8. 45   Priebe, Paul, Wittlich Renault 5  
9. 23   Kämmerer, Lutz, Pinneberg Renault 5  
10. 5   Spelten, A. jun., Mönchengladbach Renault 5  12
11. 15   Baustian, Bert, Köln Renault 5  10
12. 35   Plechatsch, Toni, Trierweiler Renault 5  
13. 6 Scuderia Westfalia e.V., Neuenkirchen Mühlenbruch, Anton, Neunkirchen Renault 5  
14. 36   Cordlandwehr, Volker, Versmold Renault 5  8
15. 13   Brand, Peter, Celle Renault 5  
16. 21   Fröhlich, Werner, Bovenden Renault 5  6
17. 20   Merz, Bodo, Wuppertal Renault 5  4
18. 9   Zimmermann, M., Korschenbroich Renault 5  3
19. 30   Dissmann, H.-H., Waldbröl Renault 5  2
20. 11   Wendt, Gerd, Berlin Renault 5  1
21. 44   Reinders, Karl-Eduard, Jüchen Renault 5  
22. 32   Burg, Ulrich, Dortmund Renault 5  
23. 34 Dental Technisches Institut (dti), Troisdorf Balsalobre, Miguel, Bonn Renault 5  
24. 27   Lambert, Raymond, Belgien Renault 5  
25. 22   Creutz, Detlef, Mülheim Renault 5  
26. 3   Arens, Michael, Marburg Renault 5  
27. 41   Gernert, Axel, Hamburg Renault 5  
28. 17 Manfred Jaschek Renault Service Team, Seevetal Beckel, Clemens, Buchholz Renault 5  

Das Rennen Gruppe Süd: Fuhrer kommt von hinten und siegt vor Nowack

In der Südgruppe hatte zunächst Leo Steiner (Gosheim) den stärksten Eindruck hinterlassen. Er setzte sich sofort an die Spitze und kam schon nach der ersten Runde mit einem klaren Vorsprung zurück. Für einen Moment deutete vieles auf einen Durchmarsch hin. Doch auch Steiner blieb von den technischen Problemen nicht verschont. Gemeinsam mit Peter Oberndorfer (München) musste er die Boxenstraße ansteuern, um die Verbindung zwischen Vergaser und Luftfilter wiederherstellen zu lassen. Beide verloren dadurch wertvolle Zeit und nahmen die Verfolgung aus dem Hinterfeld wieder auf.

Zu diesem Zeitpunkt führte Claus Nowack (Beuren) im Renault 5 des MSC Stuttgart e.V. das Feld der Südgruppe an. Hinter ihm sortierten sich die Fahrer jedoch weniger nach fahrerischer Kampfkraft als nach der Leistungsfähigkeit ihrer angeschlagenen Technik. Viele Renault 5 wirkten eingebremst, manche rollten nur noch mit geringer Geschwindigkeit über die Nordschleife. Steiner und Oberndorfer gehörten zu den wenigen, die nach ihren Stopps wieder ein höheres Tempo anschlagen konnten und sich erneut nach vorne arbeiteten.

Die entscheidende Figur des Rennens wurde jedoch Ralf Fuhrer (Schweiz). Der Fahrer der Scuderia Basilea war beim Start weit zurückgefallen, arbeitete sich anschließend aber durch die gesamte Südgruppe nach vorn. Auf den letzten Metern vor dem Ziel überholte er noch Claus Nowack und Franz Graßl jun. (Berchtesgaden). Damit sicherte Fuhrer nicht nur den Sieg in der Südgruppe, sondern auch den ersten Schweizer Erfolg im deutschen Renault-5-Pokal.

Nowack wurde Zweiter und erhielt dafür 20 Punkte, Graßl folgte mit 15 Punkten auf Rang drei. Steiner rettete nach seinem Boxenstopp noch den vierten Platz, Oberndorfer wurde Fünfter. Dahinter kamen Jürgen Ditzinger (Stuttgart) für die Renault-Niederlassung Stuttgart, Knut Jaeger (Kirchheim/Teck) für das „Fürstentum Seeland“-Big-Pack-Rucksack-Team, Michael Albert (Eppstein), Wolfgang Krankemann (Ötigheim) vom Team Krautol Farben sowie Erhard Fritz (Backnang) ins Ziel. In der Südgruppe waren 35 Fahrzeuge gestartet, 31 wurden gewertet, vier blieben ohne Wertung.

Gestartet 35
Gewertet 31
Nicht gewertet 4
Sieger Fuhrer, Ralf, Schweiz

Ergebnis

 #TeamFahrerWagenPunkte
1. 90 Scuderia Basilea, Schweiz Fuhrer, Ralf, Schweiz Renault 5  
2. 78 MSC Stuttgart e.V. Nowack, Claus, Beuren Renault 5 20
3. 87   Graßl, Franz jun., Berchtesgaden Renault 5 15
4. 61 Team Air Press - Wind Deflectors, Neu Isenburg Steiner, Leo, Gosheim Renault 5  
5. 96   Oberndorfer, Peter, München Renault 5  
6. 69 Renault Niederlassung, Stuttgart Ditzinger, Jürgen, Stuttgart Renault 5  
7. 72 "Fürstentum Seeland" - Big Pack Rucksak Team Jaeger, Knut, Kirchheim/Teck Renault 5  
8. 77   Albert, Michael, Eppstein Renault 5 12
9. 65 Team Krautol Farben, Pfungstadt Krankemann, Wolfgang, Ötigheim Renault 5  
10. 52   Fritz, Erhard, Backnang Renault 5  
11. 94 Big Pack Rucksack Team Int., Bissingen Danner, Christian, München Renault 5  
12. 100   Schirra, Joachim, Darmstadt Renault 5 10
13. 68   Rampl, Gottfried, Buchbach Renault 5 8
14. 85   Salzer, Eberhard, Neuenstadt Renault 5 6
15. 70   Maass, Freimut, Stuttgart Renault 5 4
16. 51   Roth, Wolf-Jürgen, Oberwolfach Renault 5 3
17. 92   Märki, Stephan, Schweiz Renault 5  
18. 76   Schoefer, Gerd, Lambrecht Renault 5 2
19. 66 Rheintal MSC e.V., Waghäusel Bell, Bodo, Heidelberg Renault 5 1
20. 53   Köhler, Armin, Crailsheim Renault 5  
21. 54   Geis, Mark, Frankfurt Renault 5  
22. 86   Winkelhock, J. M., Waiblingen Renault 5  
23. 71 RGA Sohler Ski Racing Team, Kempten Aksu, Ibraim, Burgberg Renault 5  
24. 75   Rebmann, Willi, Birkendorf Renault 5  
25. 74 "Fürstentum Seeland" Stanjek, Bruno, Köln Renault 5  
26. 67   Großhardt, Manfred, Idar-Oberstein Renault 5  
27. 73   Braun, Josef H., Birkendorf Renault 5  
28. 63   Debatin, Gunter, Bruchsal Renault 5  
29. 99   Guffanti, Peter, Weilheim Renault 5  
30. 97   Dietrich, Werner, Schweiz Renault 5  
31. 88   Werner, Michael, Nürnberg Renault 5  

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Quellen und Literatur:
ONS-Mitteilungen 1/2 1980, Programmheft der Veranstaltung, Sportfahrer 6/1979
Abbildung des Programmhefts mit freundlicher Genehmigung des ADAC Nordrhein e.V., Köln

 

 

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