- Nur noch acht NLS-Runden auf dem Nürburgring für das Nordschleifen-Permit A
- Modifiziertes e-Learning mit neuen Videos und verschlankten Stichproben-Prüfungen
- Startprozedere soll ebenso angepasst werden wie Strafenkatalog
27.11.2025 | Nürburg Die Interessengemeinschaft Langstrecke Nürburgring (ILN) hat in enger Zusammenarbeit mit dem Deutschen Motor Sport Bund (DMSB) spürbare Verbesserungen für die kommende Saison der Nürburgring Langstrecken-Serie auf den Weg gebracht. Im Kern handelt es sich um einen deutlich einfacheren Prozess zum Erreichen des sogenannten Nordschleifen-Permits inklusive eines optimierten e-Learnings. Auch über einen modifizierten Startvorgang sowie die Überarbeitung des Strafenkatalogs bei Vergehen während der NLS-Rennen haben beide Seiten zielführende Gespräche geführt. „Der DMSB hat erkannt, dass ihm die ILN insbesondere mit ihrer Fahrer-AG als extrem guter und praxisorientierter Berater zur Seite steht“, freut sich Dirk Adorf als Sprecher der Fahrer-AG. „Dies führt zu einer tollen Zusammenarbeit, die unserem Sport sehr zugute kommt.“
Den markantesten Fortschritt bilden die neuen Kriterien, die für das Nordschleifen-Permit A erfüllt werden müssen. Es berechtigt Fahrer zur Teilnahme an NLS-Rennen und dem 24-Stunden-Klassiker auf dem Nürburgring mit besonders leistungsstarken Fahrzeugen wie jenen aus den GT3- und GT4-Kategorien. Adorf: „Fortan genügen acht Runden im Rahmen eines NLS-Laufs mit einem leistungsschwächeren Permit-B-Auto, um die Mindestanforderungen zu erfüllen – zwei davon können auch während des Trainings absolviert werden. Dies lässt sich gut an einem einzigen Renntag schaffen. Hiervon profitieren insbesondere Starter mit einer zeitintensiven Anreise, zum Beispiel aus den USA oder dem asiatischen Raum: Sie müssen für das A-Permit nicht zweimal den Weg in die Eifel antreten.“ Hinzu kommt: Über kritische Einzelfälle entscheidet auch weiterhin ein Fachgremium, in dem die ILN fortan ebenfalls stimmberechtigt ist.
In diesem Zusammenhang hat sich die Fahrer-AG der ILN mit ihrem Know-how auch in puncto e-Learning eingebracht. Dieses umfangreiche Online-Tool fragt das notwendige Detailwissen der Teilnehmer in Bezug auf die speziellen Sicherheitsprozedere und Abläufe auf der gut 25 Kilometer langen Eifelstrecke ab. Damit bildet es die theoretische Grundlage für ein Nordschleifen-Permit. Für die neue Saison erhält es eine tiefgreifende Überarbeitung mit angepassten Videos. Fortan zeigen sie zum Beispiel auch jene neuen Linien auf der Strecke, die sich auf Höhe der Marshall-Posten befinden und den Fahrern einen besseren Anhaltspunkt über den Beginn und das Ende von Gelbzonen bieten.
„Es bleibt aber dabei, dass stichprobenartig vor jedem Rennen einzelne Fahrer das e-Learning nochmal bestehen müssen, wenn sie starten wollen“, so Adorf. „Bei diesen Überprüfungen haben wir den Fragenkatalog jedoch deutlich verschlankt und auf jene Punkte reduziert, die für Multiclass-Racing und die Besonderheiten des Nürburgrings wichtig sind.“

Übersichtlicher und damit auch sicherer soll künftig ein modifiziertes Startprozedere ausfallen und auch der Strafenkatalog soll in Absprache der ILN-Fahrer-AG und des DMSB eine Überarbeitung erhalten.
„Die ILN bindet ein enormes Sach- und Fachwissen“, betont Martin Rosorius, Vorsitzender der ILN. „Viele unserer Mitglieder – seien es Teams oder auch Fahrer – betreiben unseren Motorsport seit langer Zeit und bringen viel Know-how auch aus anderen nationalen und internationalen Rennserien mit. Mit dieser geballten Kompetenz stehen wir dem DMSB, aber auch dem Nürburgring und den Organisatoren der NLS und des 24-Stunden-Rennens gerne zur Seite. Es freut mich sehr, dass gerade der DMSB dieses für ihn so sinnvolle Angebot vermehrt in Anspruch nimmt. Gemeinsam können wir viel in puncto Sicherheit und Nachhaltigkeit erreichen. Davon profitieren am Ende alle.“

Quelle: ILN
Foto: Kevin Pecks/1VIER

