16.05.2026 | Die ADAC RAVENOL 24h Nürburgring gelten als extremer Belastungstest für Mensch und Maschine. Perfekte Voraussetzungen, um alternative Kraftstoffe zu testen. Immer mehr Teams treten mit Biofuels oder eFuels an, um zu zeigen, dass Performance und Umweltbewusstsein kein Widerspruch sind. Teams wie Max Kruse Racing und Griesemann Motorsport nehmen eine Vorreiterrolle ein und setzen auf verschiedene alternative Kraftstoffe.
Max Kruse Racing: Biofuel Performance
Max Kruse Racing, setzt in diesem Jahr auf zwei Audi R8 LMS GT3 Evo II und einen besonderen Kraftstoffmix. Damit sind sie das erste Team, dass mit GT3-Boliden in der AT-Klasse antritt. Die beiden Gründer von Max Kruse Racing Benjamin Leuchter und der ehemalige Fußballspieler Max Kruse setzten schon seit Jahren auf alternative Kraftstoffe – zuerst in kleineren Klassen und jetzt auch in der AT1.
Das Team nutzt Biofuel, das von Volkswagen und Shell entwickelt und produziert wurde. Er besteht zu 60 Prozent aus nachhaltigen Reststoffen. Die restlichen 40 Prozent sind ein Mix aus herkömmlichen Kraftstoffen. „Die Autoindustrie ist sich einig: Klimaziele erreichen wir nur durch einen Mix aus Elektromobilität und alternativen Kraftstoffen“, erklärt Benjamin Leuchter. „Unser Kraftstoff ist ein sogenannter ‚Drop-in‘-Kraftstoff. Er könnte theoretisch in jedem Fahrzeug der VW-Gruppe ab Baujahr 2015 genutzt werden und beweist mit 103 Oktan: Nachhaltigkeit schließt Performance nicht aus.“
Obwohl das Team erstmals mit zwei GT3-Fahrzeugen antritt und gegen erfahrene Konkurrenz kämpft, ist das Ziel klar definiert. „Wir müssen noch Erfahrung mit dem GT3 sammeln“, erklärt Max Kruse. „Zudem ist die Konkurrenz sehr stark. Aber ich denke, wir können uns im vorderen Drittel festsetzen.“ Neben den sportlichen Zielen hat Max Kruse Racing auch nachhaltige Ziele: Langfristig will das Team sogar mit 100 Prozent nachhaltigem Kraftstoff an den Start gehen.

Griesemann Motorsport: eFuels sind die Zukunft
Während Biofuels bereits heute in größerem Umfang verfügbar sind, setzt Griesemann Motorsport auf die derzeit wesentlich knapperen eFuels. Dieser Kraftstoff wird im Rahmen des DeCarTrans-Projekts produziert, einem Forschungsprojekt an der TU Bergakademie Freiberg, gefördert vom Bundesministerium für Verkehr. Das dabei hergestellte eFuel basiert auf eMethanol, das aus grünem Wasserstoff und abgeschiedenem CO2 gewonnen wird und kann ohne technische Anpassungen in bestehenden Verbrennungsmotoren eingesetzt werden. Damit betreiben sie den giftgrünen Porsche 911 GT3 Cup MR.
Björn Griesemann sieht in eFuels die Zukunftstechnologie, während er Biofuels als ideale Brückentechnologie für den Moment ansieht. Der limitierende Faktor sind für ihn die begrenzten biologischen Abfälle. Für die Zukunft, insbesondere für den Flug- und Schiffsverkehr, seien eFuels jedoch alternativlos: „Ein Containerschiff kann nicht mit Batterien fahren, es würde sinken. Ein Flugzeug würde nicht abheben.“
Beide Teams wollen zeigen, dass man nicht an fossilen Kraftstoffen festhalten und sich nicht nur auf Elektromobilität konzentrieren sollte. Alternative Kraftstoffe sind ebenfalls eine Zukunftstechnologie, bei der man nicht auf Performance verzichten muss und die man in bereits gebauten Fahrzeugen einsetzen kann.
Quelle: ADAC Nordrhein Sportpresse
Fotos: Annika Rainer

