11. Int. ADAC-Goodyear-300-km-Rennen 1976 | Sportwagen-WM | Rennen

  • 11. Int. ADAC-Goodyear-300-km-Rennen
  • 3. Lauf Sportwagen-Weltmeisterschaft 1976 – um den "Goodyear"-Pokal
  • 1. Lauf Europameisterschaft Grand-Tourisme 1976 – um den Ehrenpreis der Fa. VW Löhr & Becker, Koblenz
  • Veranstalter: Allgemeiner Deutscher Automobil-Club e.V., Gau Mittelrhein (ADAC)
  • Strecke: Nordschleife, 22835 m
  • Distanz: 11 Runden à 22,835 km = 251,185 km
  • Wetter: Regen

Zeitplan*

Freitag, 2. April 1976
12:00 - 14:00 Uhr Weltmeisterschaft Sportwagen, Europameisterschaft Grand-Tourisme-Wagen | Zeittraining  
Samstag, 3. April 1976
11:30 - 13:00 Uhr Weltmeisterschaft Sportwagen, Europameisterschaft Grand-Tourisme-Wagen | Zeittraining  
Sonntag, 4. April 1976
14:30 - 16:30 Uhr Weltmeisterschaft Sportwagen, Europameisterschaft Grand-Tourisme-Wagen | Rennen 5  

Joest triumphiert – Porsche 936 mit enttäuschendem Debüt

Das XI. ADAC Goodyear 300, der erste Wertungslauf der Sportwagen-Weltmeisterschaft 1976, bot den Fans auf der legendären Nürburgring-Nordschleife ein spannendes Rennen mit einigen Überraschungen. Während Reinhold Joest im Porsche 908/4 Turbo einen souveränen Sieg einfuhr, hatte der mit Spannung erwartete neue Porsche 936 einen durchwachsenen ersten Auftritt.

Porsche zwischen zwei Welten

In diesem Jahr führte die FIA neben der etablierten Markenweltmeisterschaft, in der die Gruppe-5-Wagen antraten, erstmals eine Sportwagen-Weltmeisterschaft für Gruppe-6-Prototypen ein. Porsche hatte ursprünglich geplant, nur mit dem neuen 935 in der Markenweltmeisterschaft anzutreten, doch das Prestige der Sportwagen-WM und die Unsicherheit über eine mögliche Zusammenlegung der Serien bewogen das Werksteam zur Entwicklung des Porsche 936.

Da die Entscheidung für den Gruppe-6-Einsatz erst spät im Jahr 1975 fiel, stand Porsche unter erheblichem Zeitdruck. Gleichzeitig musste das Werksteam seine Top-Fahrer Jacky Ickx und Jochen Mass für das parallel stattfindende 6-Stunden-Rennen von Vallelunga abstellen, wo sie den 935 pilotierten. Für den Nürburgring kehrte deshalb Rolf Stommelen kurzfristig als Werksfahrer zurück und übernahm den neuen 936 bei dessen Renndebüt.

Joest siegt – Stommelen kämpft mit Problemen

Das Rennen verlief zunächst ausgeglichen, doch Joest konnte sich mit seinem 908/4 Turbo nach und nach an der Spitze absetzen. Der neue Porsche 936 hatte zwar Potenzial, doch Kinderkrankheiten verhinderten einen erfolgreichen Einstand. Stommelen kämpfte mit technischen Problemen und konnte nicht in den Kampf um den Sieg eingreifen. Nach 11 Runden erreichte er mit einem Rückstand von vier Minuten auf Joest nur den fünften Gesamtrang.

Hinter dem Sieger belegte Toine Hezemans im Porsche 934 des Tebernum-Racing-Teams den zweiten Platz, gefolgt von Helmut Bross im Lola T294. In der stark besetzten GT-Kategorie überzeugte das Jägermeister Max Moritz Team mit Helmut Kelleners auf Rang vier.

Trofeu 1:43 Modell:#1, Rolf Stommelen, Porsche 936
Trofeu 1:43 Modell:#1, Rolf Stommelen, Porsche 936
 Pole Position #2, Patrick Depailler
Alpine-Renault A442
7:16,900 min = 188,507 km/h
Gestartet 22
Gewertet 14
Nicht gewertet 8
Sieger #5, Reinhold Joest,
Joest-Racing,
Porsche 908/4 Turbo,
11 Runden, 1:44:15,800h = 144,548 km/h
Schnellste Runde #1, Rolf Stommelen
Porsche 936
9:11,600 min = 149,032 km/h

Gesamtwertung

 #Kls.TeamFahrerWagenRnd.Gesamt
1. 5 S 3.0 Joest-Racing Reinhold Joest (D) Porsche 908/4 Turbo 11 1:44:15.800
2. 51 GT + 3.0 Tebernum-Racing-Team Georg Loos KG Toine Hezemans (NL) Porsche 934 11 1:47:24.900
3. 40 2.0 Helmut Bross Helmut Bross (D) Lola T294 11 1:47:25.300
4. 53 GT + 3.0 Jägermeister Max Moritz Team Helmut Kelleners (D) Porsche 934 11 1:47:44.900
5. 1 S 3.0 Martini Racing Porsche System Rolf Stommelen (D) Porsche 936 11 1:48:06.200
6. 49 S 2.0 Stanislao Sterzel Stanislao Sterzel (I) March 75S 11 1:49:13.100
7. 52 GT + 3.0 Tebernum-Racing-Team Georg Loos KG Tim Schenken (AUS) Porsche 934 11 1:49:19.800
8. 54 GT + 3.0 Jägermeister Max Moritz Team Reinhardt Stenzel (D) Porsche 934 11 1:50:01.800
9. 56 GT + 3.0 Hartwig Bertrams Hartwig Bertrams (D) Porsche 934 11 1:50:24.500
10. 11 S 5.0 Vergölst Racing-Team Peter Hoffmann (D) McLaren M8F 11 1:51:58.900
11. 55 GT + 3.0 Valvoline Deutschland Eberhard Sindel (D) Porsche 934 10  
12. 44 S 2.0 Norbert Dombrowski Norbert Dombrowski (D) Rex SP1 10  
13. 10 S 3.0 Sports Car Team of Austria Kurt Hild (D) KMW SP30 10  
14. 37 S 2.0 Chandler Ibec International Racing with DRA Richard Down (GB) / Ian Harrower (GB) Lola T294S 10  
Nicht gewertet
  4 S 3.0 The Ultramar March Guy Edwards (GB) March 76S 8  
  38 S 2.0 Chandler Ibec International Racing with DRA Tony Birchenhough (GB) 7 Ian Bracey (GB) Lola T294S 8  
  39 S 2.0   Iain McLaren (GB) Chevron B26 6  
  36 S 2.0 Mogil Motors Ltd. Tony Charnell (GB) Chevron B31 7  
  47 S 2.0 Ralf Walter Ralf Walter (D) TOJ SC03 5  
  9 S 3.0 Sports Car Team of Austria Günther Egermann (A) KMW SP30 1  
  2 S 3.0 Renault Sport Patrick Depailler (F) Alpine-Renault A442 1  
  3 S 3.0 Renault Sport Jean-Pierre Jabouille (F) Alpine-Renault A442 1  

Gewinner Sportwagen-Weltmeisterschaft

 FahrerFahrzeug
1. Reinhold Jöst, Absteinach Porsche

Gewinner GT-Europameisterschaft

 FahrerFahrzeug
1. Toine Hezemans, Niederlande Porsche

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Quellen: Programmheft 1976 (Zeitplan); Programmheft 1985, ADAC Gau Mittelrhein e.V., Koblenz
Higham, P.: The Guinness Guide to International Motor Racing. A complete Reference from Formula 1 to Touring Car. Guinness Publishing Ltd., London 1995, ISBN 0-85112-642-1.
racingsportscars.com

touringcarracing.net
formel3guide.com

*Auszug aus dem Zeitplan im Programmheft, Zeiten können abweichen