Gschwender gewinnt das Superbike-Finale – Wimmer glänzt auf Yamaha

  • Int. ADAC-Eifelpokal-Rennen 1985 | Deutsche TT
  • Rennen 8: Superbike
  • Sonntag, 9. Juni 1985, Start ca. 16.45 Uhr
  • GP-Strecke (4,5 km) | 12 Runden

Ernst Gschwender gewann das abschließende Superbike-Rennen der Deutschen TT 1985 auf dem Nürburgring. Auf seiner Suzuki GSX-R 750 Racing setzte er sich gegen Andreas „Andy“ Hofmann auf Jung-Kawasaki durch. Peter Rubatto erreichte auf Eckert-Honda den dritten Rang. Für besondere Aufmerksamkeit sorgte Martin Wimmer, der auf einer vergleichsweise seriennahen Yamaha FZ 750 den vierten Platz belegte.

Die Meisterschaftssituation vor dem Rennen verlieh dem Lauf zusätzliche Spannung. Nach Wunstorf führte Michael Galinski mit 39 Punkten vor Andreas Hofmann (35) und Peter Rubatto (27). Ernst Gschwender lag mit 18 Punkten auf Platz vier. Der spätere Sieger traf damit auf drei Fahrer, die in der Meisterschaft zunächst deutlich vor ihm lagen.

Mit 47 Trainingsteilnehmern stellte die Superbike-Klasse das größte Feld der Veranstaltung, 41 Fahrer gingen schließlich an den Start. Darunter war auch „Superbike-Initiator“ Udo Stüsser, den der Report als „den Macher“ bezeichnete; er stellte seine Kawasaki auf den 38. Startplatz. Peter Rubatto auf Eckert-Honda hatte die Trainingsbestzeit erzielt. Hinter ihm qualifizierten sich Hofmann, Gschwender, Galinski und Mario Rubatto. Regen, Kälte und Gegenwind prägten auch das letzte Rennen des Tages.

Rubatto erwischte keinen guten Start, sodass Hofmann auf Jung-Kawasaki zunächst die Führung übernehmen konnte. Bald musste der Schweizer im Dienst des Kölner Kawasaki-Händlers Jung die Spitze jedoch an Gschwender abgeben. Dieser bestimmte anschließend das Tempo und setzte mit 2:05,57 Minuten die schnellste Rennrunde des Rennens. Der ADAC-Report errechnete dafür einen Schnitt von 130,215 km/h.

Wimmer war im Training mit 1:56,12 Minuten lediglich Elfter geworden, fast sechs Sekunden hinter dem Pole-Setter Rubatto. Sein eingesetztes Motorrad, eine Yamaha FZ 750, war nach Angaben des zeitgenössischen Berichts nur mit einem kleinen Umrüstsatz ausgestattet. Die Mannschaft hatte am Samstagabend bis tief in die Nacht Bremsen und Räder verändert, um das Fahrverhalten zu verbessern. Im Rennen machte Wimmer anschließend mehrere Positionen gut und verdrängte schließlich auch Galinski auf Rang fünf.

Gschwender gewann vor Hofmann und Rubatto. Hinter Wimmer und Galinski folgten Bernd Caspers auf Platz sechs und Toni Heiler auf Yamaha FZ 750 als Siebter. Peter Häfner aus Krefeld erreichte auf seiner Michel-BMW Rang neun, Jörg Borck auf Jung-Kawasaki Platz 13 und Jörg Getzlaff auf Rau-Diehl Rang 18. Der Report vermerkte zudem, dass Caspers wegen einer Unsportlichkeit auf der Strecke sein Preisgeld einbüßte.

Der Sieg Gschwenders gegen die drei vor ihm liegenden Meisterschaftskonkurrenten und Wimmers starker Auftritt auf einer annähernd serienmäßigen Yamaha bildeten einen bemerkenswerten Abschluss des Eifelpokal-Wochenendes. Dem zeitgenössischen Bericht zufolge war das gesamte Superbike-Rennen fast eine Minute schneller als das 500-cm³-Rennen.

Ergebnis | Rennen (Auszug)

PlatzFahrerMotorrad / FabrikatHinweis
1Ernst GschwenderSuzuki GSX-R 750 RacingSchnellste Runde: 2:05,57 min
2Andreas HofmannJung-KawasakiIm Ziel
3Peter RubattoEckert-HondaIm Ziel
4Martin WimmerYamaha FZ 750Im Training Platz 11
5Michael GalinskiLKM KR 1000Meisterschaftsführender vor dem Lauf
6Bernd CaspersJung-SuzukiPreisgeld aberkannt
7Toni HeilerYamaha FZ 750Im Ziel
9Peter HäfnerMichel-BMWKrefeld
13Jörg BorckJung-KawasakiIm Ziel
18Jörg GetzlaffRau-Diehl GPIm Ziel

12 Runden · 47 im Training · 41 gestartet · Schnellste Rennrunde: 2:05,57 min · Ergebnis-Auszug. Genannt sind nur die im zeitgenössischen Bericht konkret erwähnten Platzierungen und Ausfälle.

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Quellen: ADAC Report Nordrhein 6/1985; Programmheft 1985, S. 19–20 (Starterliste), S. 24 (Meisterschaft nach Wunstorf). Wimmer und Rubatto werden im Rennbericht mit den genannten Motorrädern beschrieben.